Briefkurs

Börse Frankfurt
Börsenkurse spiegeln in der Regel das Verhältnis von Angebot und Nachfrage für ein bestimmtes Wertpapier wider.
Der Terminus “Briefkurs” (selling rate) steht somit in der Finanzbranche für den Kurs, für den ein Teilnehmer am Finanzmarkt ein Finanzprodukt, wie zum Beispiel ein Wertpapier, bereit ist, zu verkaufen. Bildlich gesprochen fragt der Marktteilnehmer am Markt an, ob es jemanden gibt, der ihm das Finanzprodukt zum gewünschten Preis abkauft. Es handelt sich somit um den Angebotskurs. Der Briefkurs gibt also an, für welchen Preis die Anbieter ihre Wertpapiere verkaufen möchten und welchen Preis der Interessent für das Wertpapier bezahlen muss.

Das Gegenstück zum Briefkurs ist der Geldkurs. Das ist der Kurs, zu dem ein Marktteilnehmer ein Wertpapier kaufen würde. Für die beiden Begriffe werden gerne auch die englischen Ausdrücke “Ask” (Briefkurs) und “Bid” (Geldkurs) verwendet. Der Briefkurs liegt im Normalfall über dem Geldkurs; das heißt das Wertpapier wird auf dem Markt teurer zum Verkauf angeboten, als es normalerweise verkauft werden kann. Das Mittel zwischen Briefkurs und Geldkurs heißt Mittelkurs, der Unterschied zwischen beiden Kursen wird Geld-Brief-Spanne genannt. Für Einsteiger ins Börsengeschäft ist es wichtig, die Unterschiede zwischen Brief- und Geldkurs zu kennen: wenn zum Beispiel eine limitierte Order aufgegeben wird, wird diese immer erst bei Erreichen des gewünschten Betrages fällig. In der Praxis muss der Geldkurs dem Limit entsprechen; der Briefkurs liegt darüber.

In den Börsenteilen findet der Zusatz “B” (für Briefkurs) hinter den gehandelten Wertpapieren Verwendung, wenn kein Umsatz zustande gekommen ist.