DIE ZAHLUNGSBILANZ DES EURO-WÄHRUNGSGEBIETS (September 2013)

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Im September 2013 wies die saisonbereinigte Leistungsbilanz des Euro-Währungsgebiets einen Überschuss von 13,7 Mrd € auf. In der Kapitalbilanz waren bei den Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen
zusammengenommen Nettokapitalabflüsse in Höhe von 12 Mrd € (nicht saisonbereinigt) zu verzeichnen.

 

Leistungsbilanz

Die saisonbereinigte Leistungsbilanz des Euro-Währungsgebiets wies im September 2013 einen Überschuss in Höhe von 13,7 Mrd € auf. Dahinter standen Aktivsalden im Warenhandel
(13,7 Mrd €), bei den Dienstleistungen (7,6 Mrd €) sowie bei den Erwerbs- und Vermögenseinkommen(2,5 Mrd €), die teilweise durch ein Defizit bei den laufenden Übertragungen (10,1 Mrd €) aufgezehrt
wurden.

Die über 12 Monate kumulierte saisonbereinigte Leistungsbilanz verzeichnete einen Aktivsaldo von 196,5 Mrd € (2,1 % des euroraumweiten BIP) für den Zeitraum bis Ende September 2013, verglichen mit einem Überschuss von 100,0 Mrd € (1,1 % des BIP des Eurogebiets) im vorherigen Zwölfmonatszeitraum bis Ende September 2012 (siehe Tabelle 1 und Abbildung 1). Der Anstieg des Aktivsaldos der Leistungsbilanz war vor allem auf deutlich höhere Überschüsse im Warenhandel
(161,0 Mrd € nach 75,1 Mrd €) und in geringerem Maße bei den Dienstleistungen (96,9 Mrd € nach 87,4 Mrd €) sowie den Erwerbs- und Vermögenseinkommen(53,7 Mrd € nach 46,5 Mrd €) zurückzuführen.

Kapitalbilanz

In der Kapitalbilanz (siehe Tabelle 2) kam es im September 2013 bei den Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen zusammengenommen per saldo zu Mittelabflüssen in Höhe von 12 Mrd €. Diese waren das Ergebnis von Nettokapitalabflüssen sowohl bei den Direktinvestitionen (7 Mrd €) als auch bei den Wertpapieranlagen (5 Mrd €).

Die Nettoabflüsse bei den Direktinvestitionen resultierten aus per saldo verzeichneten Mittelabflüssen beim Beteiligungskapital und den reinvestierten Gewinnen in Höhe von 9 Mrd €, die teils durch Nettokapitalzuflüsse bei den sonstigen Anlagen (v. a. Kredite zwischen verbundenen Unternehmen) im Umfang von 2 Mrd € aufgewogen wurden.

Die Nettokapitalexporte bei den Wertpapieranlagen ergaben sich aus per saldo verbuchten Mittelabflüssen bei den Aktien und Investmentzertifikaten (20 Mrd €); diese wurden zum Teil durch Mittelzuflüsse bei den Schuldverschreibungen (15 Mrd €) ausgeglichen. Hinter der Entwicklung bei den Aktien und Investmentzertifikaten verbargen sich vor allem Nettokäufe usländischer Wertpapiere durch Gebietsansässige in Höhe von 26 Mrd €, während für die Nettokapitalzuflüsse bei den Schuldverschreibungen hauptsächlich der Nettoerwerb im Euroraum begebener Geldmarktpapiere durch Gebietsfremde (16 Mrd €) verantwortlich war.

Hinter dem Saldo der Finanzderivate standen Nettokapitalzuflüsse von 3 Mrd €.

Im übrigen Kapitalverkehr kam es zu Nettokapitalexporten im Umfang von 8 Mrd €. Diese spiegelten per saldo verzeichnete Mittelabflüsse beim Eurosystem (9 Mrd €) und den übrigen Sektoren (3 Mrd €) wider, die teilweise durch Nettokapitalzuflüsse beim Staat (3 Mrd €) sowie bei den MFIs (ohne Eurosystem) (1 Mrd €) kompensiert wurden.

Der vom Eurosystem gehaltene Bestand an Währungsreserven verringerte sich im September 2013 um 26 Mrd € (auf 587 Mrd € nach 613 Mrd € im Vormonat), was in erster Linie einem Rückgang des Marktpreises für Gold zuzuschreiben war.

Im Zwölfmonatszeitraum bis September 2013 waren bei den Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen zusammengenommen kumulierte Nettokapitalimporte von 17 Mrd € (gegenüber kumulierten Nettokapitalexporten in Höhe von 30 Mrd € im ntsprechenden Zeitraum bis September 2012) zu verzeichnen. Ursächlich hierfür war ein Umschwung bei den ertpapieranlagen (von Nettokapitalabflüssen von 62 Mrd € hin zu Kapitalzuflüssen von 135 Mrd €), der teils durch eine Umkehr der Nettozuflüsse (in Höhe von 33 Mrd €) in Nettoabflüsse (von 118 Mrd €) im Bereich der Direktinvestitionen wettgemacht wurde.

Quelle: Europäische Zentralbank